×

Fehler

[OSYouTube] Alledia framework not found

HALLSPIRALEN

Eine oder mehrere metallische Schraubenfedern werden zwischen zwei Punkten eingespannt. Die Art der Einspannung ermöglicht sowohl Längs-, Quer- und Drehschwingungen der Feder. Nahe der Aufhängungen sind jeweils elektromechanische Wandler angebracht (Magnet und stromdurchflossene Spule). Die Magnete sind mit der Feder verbunden, die Spulen sind fest am Rahmen angebracht.

Der Geberspule wird über einen Verstärker angesteuert und regt damit die Geberseite der Feder zum Schwingen an. Die Schwingung pflanzt sich auf der Feder fort und kommt mit einer kleinen Verzögerung am anderen Ende der Feder an. Dort nimmt die zweite Wandlerspule (Nehmerspule) die Schwingung auf und wandelt sie wieder in ein elektrisches Signal um. Dieses Signal und auch das der Schwingungen die noch einige Zeit auf der Feder hin und her wandern, werden dem Originalsignal zugemischt, und so entsteht der typische "Federhall". Die Verzögerung wurde also "mechanisch" erzeugt, und nicht wie heute "elektronisch".Praktisch lassen sich damit Verzögerungen von einigen 10 ms und Nachhallzeiten von einigen Sekunden erreichen.

Hier noch ein paar Bilder von den Nehmer- und Geberspulen und von den Spiralen. Zuerst die Version mit zwei Spiralen:

Die zwei Hallspiralen sind gut zu sehen. Nicht gut zu sehen ist, daß die beiden Spiralen unterschiedliche Windungszahlen haben. Es werden also auch zwei unterschiedliche lange Verzögerungen erreicht.

Und hier die Bilder von der Version mit drei Spiralen zu sehen. Es handelt sich hierbei auch um die hochwertigere Ausführung, was sich schon durch die drei Spiralen zeigt. Hier wieder schon die Geber- und Nehmerspulen und die Verbindung zu den Spiralen. Und hier ist auch schön zu sehen die unterschiedliche Windungszahl aller drei Spulen. Es werden also drei unterschiedliche Verzögerungern erreicht. Noch nicht mitgrechnet die Reflexionen.

Hier die drei Spriralen mit einer Besonderheit. Um den Klang zu verbesseren und unerwünschte Reflexionen zu unterdrücken wurden die Spiralen zweiteilig ausgeführt. Die Beiden Spiralen sind jeweils "gegensinnig" gedreht und in der Mitte mit einem Ring verbunden.

Neben dem Vorteil des einfachen und damit preiswerten Aufbaus hat das elektro-mechanische Federsystem auch diverse unerwünschte Eigenschaften, die aber den Typischen klang ausmachen:

  • Hallspiralen sind erschütterungs- , luftschall- und körperschallempfindlich. Um unerwünschte Nebengeräusche zu minimieren, werden die Federn in einem Hilfsrahmen aufgehängt, der seinerseits schwingend in einem Hauptrahmen aufgehängt ist (Entkopplung).
  • Das Übertragungsverhalten ist je nach Bauweise mehr oder weniger resonant.
  • Es gibt keine Parameter, die variiert werden können. Lediglich die Beimischung des Hallanteils zum ursprünglichen Signal lässt sich in einer Mischstufe einstellen
  • Die Verzögerung auf der Feder ist konstant, was den Hall mehr oder weniger unnatürlich klingen lässt. Es werden daher zwei oder drei Federn mit unterschiedlicher Verzögerung parallel aufgehängt.
  • Signalimpulsen kann das Federsystem aufgrund seiner Trägheit nicht folgen, so dass ein charakteristisch schepperndes Geräusch entsteht.
  • Es kommt zu Klangverfärbungen.
  • Durch die Kombination mehrerer Federn mit unterschiedlichen Eigenschaften kann das Übertragungsverhalten (der Klang) beeinflusst werden.
  • Der Eingangs- und Ausgangsverstärker kann durch eine bestimmte Auslegung störende Resonanzen in begrenztem Umfang ausfiltern.
  • Die elektromagnetischen Wandler sind anfällig für Einstreuungen von elektrischen und magnetischen Feldern, die sich als Nebengeräusche bemerkbar machen.
  • Längerer Verzögerungszeit können nur durch Federlängen erreicht werden, und der Platz ist natürlich begrenzt.

Und wer noch so eine Hallspirale zuhause findet sollte sich mal die folgende Schaltung mal genaue ansehen. Mit wenigen Bauteilen kann man damit ein Hallgerät aufbauen. Den Schaltplan gibt es hier.